ENDO.heroes: Dr. Holm Reuver
Der Transparentmacher
13.10.2026 48 min ENDO.team
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
In dieser besonderen ENDO.heroes Folge spricht Dr. Holm Reuver über seine Leidenschaft für transparente Zahnpräparate, seinen außergewöhnlichen Beitrag zur Endodontie und die Bedeutung von Demut in der Lehre und klinischen Praxis. Kurz nach der Aufnahme ist Dr. Reuver verstorben – die Episode ist daher zugleich ein würdiges Vermächtnis und eine Erinnerung an sein Lebenswerk.
Höre jetzt die neue ENDO.heroes-Folge – ein Gespräch voller Leidenschaft, Präzision und Dankbarkeit.
Höre jetzt die neue ENDO.heroes-Folge – ein Gespräch voller Leidenschaft, Präzision und Dankbarkeit.
Diese ENDO.heroes Episode ist unserem besonderen Gast Dr. Holm Reuver gewidmet, der mit seinen transparenten Zahnpräparaten über Jahrzehnte hinweg die Endodontie geprägt hat. Im Gespräch gewährt er faszinierende Einblicke in die Entstehung seiner Arbeiten, erläutert die anatomischen Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden konnten, und berichtet über die Weitergabe seiner Bilder an die wissenschaftliche Gemeinschaft.
Wir sprechen mit ihm über die Entwicklung seiner Technik, die Bedeutung von Ästhetik für die Vermittlung komplexer Strukturen und die klinischen Konsequenzen, die sich aus seinen Präparaten ableiten lassen. Dabei zeigt Holm Reuver, warum Demut im Umgang mit Unwissenheit ein wesentlicher Bestandteil verantwortungsvoller endodontischer Therapie ist.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit gibt er auch persönliche Einblicke in seinen Lebensweg, seine Leidenschaft für Gärtnerei und den Wert von Kollegialität und Austausch. Diese Episode ist nicht nur ein fachlich bereicherndes Gespräch, sondern auch ein stilles Gedenken an einen herausragenden Kollegen, der sein Wissen und seine Begeisterung großzügig mit der Endodontie-Community geteilt hat.
Erwähnte Personen/Begriffe
- Hasselgren & Tronstad (1975, Journal of Endodontics) – frühe Anleitung zum Transparentmachen natürlicher Zähne
- Spalteholz (1909) – frühe Patent-/Verfahrensansätze zur Transparenz biologischer Präparate
- Focus Stacking – Serienaufnahmen mit anschließender Schärfenverrechnung
- Methylsalicylat – Medium mit geeignetem Brechungsindex
- DGIT – Deutsche Gesellschaft für Endodontie und Traumatologie
- AfA Tagung - Ausbildung für Ausbilder der Endodontie
Links
- Website/Bilder des Gastes: transparentmacher.de
- Masterstudiengang Endodontologie: Düsseldorf Dental Academy
Transkript
Willkommen bei ENDO.team, deinem Endodontie-Podcast mit Dr. Christoph Zirkel und Prof. David Sonntag. Zwei Perspektiven, eine Leidenschaft. Los geht's.
Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast heute in der Reihe der ENDO.heroes. Wir sind bei einem ganz besonderen Gast zu Besuch: bei Holm Reuver in Neustadt an der Weinstraße. Dr. Reuver beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit transparenten Zähnen, mit transparenten Präparaten, und er ist zweifellos mit seinen Bilder so bekannt wie kein Zweiter in Deutschland. Es gibt vermutlich auch gar keinen, der sich so intensiv mit Anatomie beschäftigt wie Holm Reuver. Diese Bilder sind den meisten Zahnärzten in Deutschland gut bekannt. Er hat schon 1997 den „Peter‑Goldener‑Preis“ erhalten für die beste Publikation in der Zeitschrift Endodontie. 2002 und 2005 hat er scheinbar Feuer gefangen, hat weitere Artikel eingereicht und da ebenfalls Preise erhalten, hat an über 30 Artikeln mitgearbeitet, seine Bilder zur Verfügung gestellt, mitgeschrieben. Er ist seit vielen, vielen Jahren Referent im Masterstudiengang Endodontologie, in der FOCUS‑Ärzteliste seit 2012. Und das ist etwas ganz Besonderes: Seit 2022 gehört er zu der Handvoll von Personen, die Ehrenmitglied in der DGET ist – bei der Deutschen Gesellschaft für Endodontie und Traumatologie. Lieber Holm, ich freue mich sehr, dass wir heute bei dir sein dürfen und du dir Zeit genommen hast für diesen Podcast.
Ja, sehr gerne. Ich freue mich auch über die Gelegenheit, dass wir mal in Ruhe miteinander sprechen können.
Ich möchte heute mit dir über deine Leidenschaft für Endodontie sprechen, deine außergewöhnlichen Arbeiten in dem Bereich mit den transparenten Zähnen, über deinen wirklich spannenden Lebensweg, aber natürlich auch gerne ein bisschen über deine Hobbys schwatzen. Über deine Gärtnerei, die ich gerne immer wieder in den Fokus stelle, weil es mich so begeistert und ich selber gerne gärtnere. Und auch über Sport. Du fährst gerne mit dem Mountainbike, wie ich weiß. Dein Lebenswerk im zahnärztlichen Bereich ist für mich ganz klar die hohe Kunst, die Zähne transparent zu gestalten. Deine transparenten Zahnpräparate, die weltweit bekannt sind, nicht nur in vielen Artikeln, sondern eben auch in Büchern. Überall werden deine Bilder sehr, sehr gerne verwendet, auch von der Dentalindustrie. Als ich jetzt bei der DGET‑Jahrestagung war, war es auch wieder eine Firma, die einen großen transparenten Zahn von Holm Reuver im Hintergrund hatte. Wie bist du auf diese faszinierende Idee gekommen, Zähne überhaupt transparent zu machen?
Also es ist überhaupt nicht meine Idee. Die Idee ist schon ganz alt, aber ich habe das sehr gerne aufgegriffen. Ich habe das erste Mal so ein transparentes Präparat in irgendeiner Zeitschrift gesehen. Ich vermute, es war die Endodontie. Und das fand ich toll. Das war ein… ah ja, und dann habe ich einfach mal Professor Löst angeschrieben. Das ging ja damals noch alles analog.
Wann war das?
Das war so Mitte der neunziger Jahre.
Analog heißt, du hast ihm einen Brief geschrieben.
Ich habe ihm einen Brief geschrieben, mit Briefmarke drauf. Die musste man auch noch anlecken. Und dann hat er das offensichtlich weitergereicht an Professor Hülsmann. Die zwei haben ja die Redaktion zusammen gemacht damals. Und dann schrieb mir Professor Hülsmann einfach so einen Dreizeiler.
Er rief zurück als Dreizeiler?
Er kann es ja immer sehr kurz machen und hat dann so eine Fotokopie von einem Artikel aus dem Jahr 1975 dazugelegt, aus dem Journal of Endodontics, von Hasselgren und Tronstad, die empfohlen haben, das Transparentmachen von natürlichen Zähnen für die Ausbildung im Bereich der Endodontie zu nutzen. Und da ist auch eine kurze Anleitung in wenigen Stichpunkten eigentlich nur zu finden. Und ich habe es dann einfach ausprobiert und ich war selber überrascht, wie gut es funktioniert hat.
Also du hast das Bild gesehen, hast gedacht: will ich auch machen. Hast du es ausprobiert und es hat funktioniert?
So ähnlich war das. Ja, genau.
Und dann hast du es aber ja nicht einmal gemacht. Du hast gesehen, es funktioniert, und jetzt lasse ich das. Sondern du bist da am Ball geblieben und hast weiter mit Präparaten gespielt, nenne ich jetzt einfach mal. Irgendwann auch deine Fotos davon gemacht. Hast du einen Benefit für dich darin gesehen? Sonst hättest… oder war es reiner Spaß an der Freude?
Na ja, ich meine, zum einen, dass es funktioniert – das war ein Erfolgserlebnis. Und mal zu sehen, was ist denn drin eigentlich in diesem Zahn? Das war für mich eine Offenbarung eigentlich. Ich meine, wenn man das irgendwie in irgendeinem Zahn sieht, in einer Zeitschrift, und der ist schon transparent, dann hat man ja gar keine Beziehung aufgebaut. Aber wenn man zu einem Zahn eine Beziehung aufgebaut hat, dadurch, dass man ihn vielleicht vorweg in vitro behandelt hat, und macht ihn dann durchsichtig – dann ist es irre. Ja. Oder dass man entdeckt, wie viele apikale Ramifikationen da plötzlich vorhanden sind, von denen man nie geahnt hätte, dass sie da wären. Man hat es zwar mal gelesen, aber das wirklich jetzt zu sehen, in der Hand zu halten – das ist ein Erlebnis. Ja.
Und machst du heute deine Präparate noch genauso, wie du die ersten Präparate hergestellt hast? Oder hat sich das im Laufe der Zeit geändert?
Ja, das hat sich doch drastisch geändert. Also vielleicht, weil das ganz interessant ist, mal so geschichtlich: Also schon 1909 hat ein Anatom aus Leipzig, der Werner Spalteholz, ein Patent in den amerikanischen… also in den USA eingereicht. Also das war noch vor dem Ersten Weltkrieg. Reicht der aus Leipzig ein Patent in den USA ein. Das ist dann erst 3 Jahre später, aber immerhin doch erteilt worden. Und von ihm stammen wirklich auch ganz tolle… und es gab natürlich noch andere anatomische Präparate, die andere gemacht haben, mit Korrosionspräparaten aus Gusspräparaten und solchen Dingen. Aber das war das erste Mal das Transparenter…
…Und nur um das besser zu verstehen: Es war ein Patent dafür, Zähne transparent zu machen? Also er hat sich das Verfahren patentieren lassen. Verschiedene Chemikalien in einer bestimmten Reihenfolge anzuwenden.
Ja, ich glaube, dass das relativ weit gefasst war, das Patent. Das gilt, meine ich, auch für andere Organe. Aber prinzipiell bekannt geworden ist es eigentlich mehr für Zähne, für die Zahnhartsubstanz. Und dann ist das damals der Zeitpunkt gewesen, zu dem einen eigentlich nur diese interne Topografie der Wurzelkanäle interessiert hat. Das war es eigentlich. Alles andere konnte man von außen sehen, so hat man gedacht, und dafür hat man es genutzt. Mittlerweile sehe ich die Anwendungsgebiete doch wesentlich breitgefächerter. Und es gab noch andere Entwicklungsschritte. Da gab es einen Mexikaner, Palantrano, der lebt glaube ich immer noch, und der hat dann irgendwann eine Technik entwickelt, mit der er differenzieren konnte – die unterschiedlichen Hartsubstanzen im Zahn. Also der Schmelz ist ja weg mit der Demineralisierung, aber was sekundär entstanden ist: Reizdentin, Zement, reguläres Dentin – also das hat er ganz gut differenzieren können. Und dann gab es noch den Herrn Marlen Tucker. Der hat ein Verfahren entwickelt, mit dem man Zähne ohne Entkalken durchsichtig machen kann, für die Anwendung in der endodontischen Ausbildung. Da hat der Zahn dann noch ungefähr die natürliche Härte des Dentins. Das ist eigentlich auch so der Witz daran. Aber beide Verfahren arbeiten hauptsächlich eigentlich nicht mit dem gesamten Volumen der Zahnwurzel, sondern die schneiden eine Scheibe raus – also so ähnlich wie eigentlich die mikroskopischen Dünnschnitte, nur halt wesentlich dicker.
Also vollständig anders als du, denn du bewahrst ja immer den ganzen Zahn.
In aller Regel ja, ja.
Und du hast gesagt, ja, auf jeden Fall hast du etwas verändert. Was waren die größten Veränderungen? Denn du hast es dann ja offensichtlich nicht aus der Literatur, was du verändert hast. Und du sagst gerade, dass die Publikationen, die es gibt, eher mit Schnitten gearbeitet haben.
Ja, also das sind schon ein paar Dinge, die ich dazu… oder die nötig waren, um so schöne Bilder zu machen. Das ging schrittweise. Und dann habe ich auch Hilfe gebraucht. Also von einem Patienten, der Fotograf ist und professionell. Der hat mir beigebracht, wie man das macht mit… oder zumindest, was für ein Programm man nutzt für Focus Stacking. Also dass man ganze Bildserien macht und die dann hinterher vom Computer verrechnet. Dazu gehört einfach auch, mit der Beleuchtung zu spielen. Das habe ich mir selber ausgetüftelt. Teilweise sind auch Zufälle da im Spiel gewesen. Aber der allerwichtigste Schritt eigentlich ist ein Aufnahmegefäß. Früher hat man die Zähne immer in eine Petrischale gelegt, um sie zu fotografieren. Dazu muss man wissen, dass die Zähne als Präparat ungefähr so ein spezifisches Gewicht haben wie die Flüssigkeit, in der sie liegen müssen, um betrachtet zu werden. Der Witz daran ist: Die Flüssigkeit hat denselben Lichtbrechungsindex wie die Kollagenstruktur von unseren Zahnhartsubstanzen. Man entfernt also den Mineralanteil, und dann wird letzten Endes der Wasseranteil entzogen, und dann kommen die eben in diese Flüssigkeit. Da gibt es sehr unterschiedliche Flüssigkeiten – Silikonöl zum Beispiel.
Oder es schwebt. Der Zahn schwebt sozusagen in der Flüssigkeit.
Also er senkt sich so ein bisschen auf den Boden der Petrischale und wenn man die verrutscht, dann verrutscht auch der Zahn immer gleich mit. Es ist also ziemlich tricky. Und man kann das nicht so gut ausrichten. Dann hat man auch noch ganz viele Schwebstoffe, die sich am Boden der Petrischale absiedeln, also absetzen.
Also wurde von oben dann auf den Zahn nämlich geguckt.
Richtig, genau. Also man hat im Prinzip so eine Kamera an einem Reprostativ, Beleuchtung von rechts und links, und die Kamera kommt von oben. Also das ist so Standard gewesen. So sind alle Aufnahmen gemacht worden.
Und auch deine am Anfang, die du gemacht hast?
Ja, auch die, die ich am Anfang gemacht habe. Und dann habe ich gemerkt, wie schwierig das ist. Und dann kam mir irgendwann schrittweise so die Idee, dass es besser wäre, wenn man diesen Zahn nicht am Boden liegen hat, sondern wenn der irgendwie angestiftet ist. Und dann kam mir die Idee: Okay, wir brauchen ein Aufnahmegefäß mit einem Deckel. Da muss ein Loch im Deckel sein. Durch dieses Loch wird eine scharfe Kanüle gesteckt. Die spießt man dann in dieses Zahnpräparat hinein. Wenn die Zähne demineralisiert sind, also als Präparat vorliegen, dann sind die ungefähr so… na ja, als würde man eine feste Kartoffel reinpieksen mit einer Kanüle. Und so ist dann der Zahn eigentlich fixiert. Und der Luer-Lock-Ansatz von dieser scharfen Kanüle, der guckt eben aus diesem Gefäß raus. Man muss also nicht die Finger schmutzig machen oder mit dieser Flüssigkeit benetzen. Man kann den Zahn dann auch drehen, sodass man ihn von unterschiedlichen Seiten anschauen, fotografieren und auch ganz unterschiedlich beleuchten kann. Also man ist viel freier, und man hat auch nicht diese ganzen Schwebstoffe, die sich am Boden ablagern. Man hat natürlich immer noch Schwebstoffe, die in der Flüssigkeit sind. Das merkt man besonders, wenn man so Fokus-Stacking macht, also eine ganze Aufnahmeserie. Dann sieht man bei den Einzelbildern, die verrechnet sind und die man dann noch nicht bearbeitet hat, dass da so gepunktete Striche sind. Also das sind so einzelne kleine Schwebeteilchen, die man dann jedes Mal mit fotografiert hat und die aber ihre Position verändert haben. Da muss man halt gucken, dass man da sauber arbeitet. Aber das ist beim Fotografieren immer ein Kampf gegen Staub und Schwebeteilchen und so, das ist hier auch nicht anders.
Ja, jetzt haben wir unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, dich ja schon so ein bisschen kennengelernt, ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert. Wie kann ich mir das Ganze praktisch-menschlich vorstellen? Du machst deine Fotos von oben und du siehst diese Schwebteilchen und bist dann irgendwann total genervt von deinen Schwebteilchen und denkst: Jetzt muss ich mir was anderes ausdenken. Oder was hat dich denn da angetrieben?
Nein, ich sehe die eigentlich gar nicht. Die sehe ich erst auf dem Bild.
Im Auflicht, hast du… als du gewechselt hast von deiner Aufsicht‑Reprostand‑Foto zum nächsten? Nervt es dich dann einfach, dass du dann diese Teilchen siehst und denkst: Ich möchte gerne ein schöneres Foto haben?
Ja. Also der Zahn selber sah ja wirklich toll aus, aber dann dieser ganze Dreck, der da rumliegt, irgendwie… das will man nicht haben. Das ist so: Stell dir vor, Bilder mit dem Mikroskop von der klinischen Situation geschossen, und der ganze Schmonz rum von der Schaffung der Zugangsöffnung.
Ja, das sieht nicht schön aus.
Sieht nicht schön aus.
Sieht nicht schön aus. Jetzt sind wir uns einig. Ja, es ist nun… du hast ja einen… Du liest, um deine Technik zu verbessern. Du bist bewandert in der Literatur. Du hast eine schrittweise Optimierung von deinen Verfahren erreicht. Du möchtest mit deinen Bildern – dazu kommen wir später noch – die gibst du ja auch weiter. Letztlich ist das doch all das, was dich dazu prädestinieren würde, an der Uni zu arbeiten. Hast du jemals überlegt, an der Uni zu arbeiten?
Also das hat schon mal jemand anders gesagt, der Hochschullehrer war. Und ehrlich gesagt: Manches finde ich sehr reizvoll daran. Und wenn ich sehe, wie du deine Hochschultätigkeit ausführst, muss ich sagen: Das finde ich grandios. Und das ist viel aufregender als das, was ich so mache. Und das… also gut. Klinische Behandlung, das kennen wir alle, die Situation. Aber im Keller und mit den Bildern und dann auch noch die Bildbearbeitung – das ist schon ein sehr einsames Geschäft. Also da fehlt manchmal ein bisschen sozialer Kontakt, aber…
Es kam nicht in Frage für dich. Du hast nicht irgendwann vor der ernsthaften Frage...
In der Summe nicht, nein.
In der Summe nicht. Okay. Auch das ist sehr gut, sehr gut nachvollziehbar. Holm, du hast ja einen guten Teil deines Bildmaterials der DGET zur Verfügung gestellt für wissenschaftliche Zwecke, aber eben auch für die Lehre. Ich habe auch schon davon profitieren dürfen. Nicht viele Menschen geben etwas so Wertvolles aus der Hand, woran sie das ganze Leben gearbeitet haben. Etwas, wo sie viele Nächte und Wochenenden im Keller verbracht haben. Was ist deine Intention gewesen, etwas so Wertvolles, woran du dein Leben lang gearbeitet hattest, wegzugeben an die DGET?
Ja, ich habe mich einfach gefragt: Was gibt es Schöneres eigentlich, als das, was man mühsam erarbeitet hat, einem sinnvollen Zweck zuzuführen? Und da habe ich gedacht, die DGET wäre toll. Das wäre eine zentrale Stelle, wo die Bilder verwahrt werden können, damit diejenigen, die sich um die endodontische Ausbildung kümmern, die besorgen können, um ihre Vorträge zu machen. Ich hatte auf einer AfA‑Tagung mitbekommen, dass da ein junger Kollege…
AfA‑Tagung ist die Ausbildung für Ausbilder.
Danke, David. Ja, da war ein junger Kollege mit der endodontischen Ausbildung an der Universität betraut worden und hatte überhaupt kein Material, und der Vorgänger hatte auch nichts hinterlassen. Und dann habe ich mir diese Situation gut vorstellen können. Und es sind ja sehr viele Universitäten in ähnlichen Situationen, wo altgediente Leute einen Vertrag nicht mehr verlängert bekommen oder aus anderen Gründen irgendwann ausscheiden. Und dann muss es ja jemand Neues machen, der darauf gar nicht vorbereitet ist. Und da wäre es natürlich toll, wenn solche Bilder zur Verfügung stehen würden. Das ist das eine. Und das andere: dass es mir immer sehr wichtig war nachzugucken – wie ist es denn eigentlich wirklich? Wir sind alle groß geworden, so in unserem Alter, aber auch die ganzen Kollegen, die danach kommen, noch bestimmt anderthalb Generationen – allein mit Schemazeichnungen über apikale Konstruktionen und wie das alles unten zu sein hat am anderen Ende des Zahns. Aber ob das jetzt wirklich so ist und wie es aussieht und was man da angeblich tasten kann… in meinen Bildern habe ich gesehen, dass dies die Wahrheit überhaupt nicht so ist und habe mir irgendwann auch ein Bild davon machen können, warum das so entstanden ist. Eigentlich dadurch, dass man immer nur Schnitte, ganz dünne Schnitte von Zähnen angeschaut hat.
Du sagst also, die Schemazeichnungen, die existieren, existieren deshalb, weil früher nur mit Schnitten gearbeitet worden ist.
Ja, diese Schemazeichnungen, die sind entstanden im Kopf von den Leuten, die diese Schemazeichnungen zu Papier gebracht haben. Aber das ist ganz was anderes als das, was wirklich in der Natur ist.
Warum erkennt man in deinen Präparaten es jetzt deutlich besser als in einem Schnitt?
Weil man das ganze Volumen durch Distanz durchblicken kann. Und man kann mit diesem Aufnahmegefäß, was ich mir überlegt habe und mit dem ich meine Aufnahmen alle mache, den Zahn aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, aus unterschiedlichen Perspektiven. Das heißt, man kann den so drehen, dass man auch genau die Projektion vom Röntgenbild hat. Aber vor allem ist es ja immer wichtig, die schädlichen Richtungen anzuschauen. Der Zahn kann ja auch einen flachen Querschnitt haben einfach, und deswegen aus der einen Perspektive sehr weit, aus der anderen sehr, sehr eng aussehen. Und deswegen ist es zur Festlegung davon, ob es da eine apikale Konstruktion gibt und wie man sich das vorstellen kann, und auch wo die Instrumente da unten landen, ganz, ganz wichtig, dass man sich das an natürlichen Zähnen anguckt.
Ich habe ja nun schon verschiedenen Vorträgen von dir gelauscht und mir immer wieder deine Bilder erklären lassen. Ich habe durchaus verschiedene Aha‑Erlebnisse gehabt mit deinen Bildern und mit deinen Erklärungen. Was mich wirklich interessiert, ist: Gab es ein Bild oder ein Präparat, das du mal gehabt hast, mit dem dir etwas klar geworden ist, wo du gesagt hast: Ach so ist das, und das mache ich jetzt ab morgen anders. Erinnerst du nicht das eine Erlebnis mit dem einen Zahn, wo du sagst: Ach, jetzt muss ich das so und so machen?
Aber im Moment bin ich überfragt. Ich weiß nicht, an welches Bild du gerade denkst.
Ich habe verschiedene Sachen. Ich habe verschiedene Erkenntnisse daraus. Die eine Sache ist: Was ich aus deinen Bildern von dir gelernt habe, sind die Abzweige, wie Seitenkanäle abzweigen. Tatsächlich wie der Winkel sein kann, wie die Teilungsstelle aussieht, die mir ein Bild mitgegeben haben für meine Behandlung. Was ich im Kopf habe, wenn ich versuche, steil abzweigende Seitenkanäle hinzutasten, zu instrumentieren. Das ist zum Beispiel etwas, was ich mitgenommen habe aus deinen Bildern, ganz konkret als ein Beispiel.
Ja, genau das wünsche ich mir eigentlich: dass all die jungen Kollegen, die Endodontie lehren, aber auch die Endodontie lernen, dass die gleich von Anfang an sehen, wie ist die Natur eigentlich, und was machen unsere Instrumente? Das heißt, es reicht nicht, einfach nur die interne Topografie dieser Zähne anzuschauen, sondern man muss auch mal Wurzelkanalinstrumente da hineinbringen und dann an irgendeinem entscheidenden Schritt der Aufbereitung mal Schluss machen und sagen: Okay, ich fixiere das Instrument jetzt mal mit Komposit an der Zugangsöffnung, damit es sich nicht verschiebt. Und dann gucke ich mal nach irgendwie: Warum empfinde ich da einen Widerstand zum Beispiel?
Ist das jetzt ohne Weiteres möglich für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, dass sie deine Technik replizieren können? Jetzt hattest du den einen Artikel von 1975 aus dem JOE angesprochen. Sollen die sich jetzt alle den Artikel suchen bei Google Scholar oder gibt es modernere Möglichkeiten?
Ja, also die modernste Möglichkeit ist eigentlich, bei mir nachzugucken. Also ich habe, weil mich schon so viele Leute gefragt haben: Wie machst du das eigentlich? – ein Dokument angelegt, als Kochanleitung praktisch. Da ist… da kann man lesen, was man alles einkaufen muss. Und das ist gar nicht so viel. Man kann von bis investieren, aber auch wie es zu machen ist, mit was für Flüssigkeiten man am sinnvollsten die Zähne entkalkt, wie man dehydriert. Es geht mit ganz preiswertem Spiritus und Methylsalicylat als Medium, um die Zähne durchsichtig zu machen – ist immer noch mein Mittel der Wahl. Einfach von der Toxizität her und weil es hervorragend funktioniert.
Wir kommen ja gleich noch einmal zu der genaueren Anleitung, wenn wir uns mal Bilder von dir angucken, wie das Ganze läuft, aber auf deiner Homepage reuver.de ist es, glaube ich… ähm, das ist richtig. Reuver.de?
Ja, genau. So kann man es sich am einfachsten merken. Einfach reuver.de eingeben, dann kommt man auf unsere Praxis‑Homepage und eine Rubrik ist „Transparentmacher“. Und da findet man dann eben auch diese Anleitungen zum Herstellen transparenter Präparate.
Kann jeder nachbasteln. Wenn es jetzt nicht der eine Zahn war, den du so stark in Erinnerung hast, der bei dir etwas ausgelöst hat, kannst du sagen, dass du generelle Erkenntnisse gezogen hast für deine Behandlung durch deine vielen Präparate über Jahrzehnte, dass du also deine Behandlungen verändert hast aufgrund deiner Präparate?
Ja, das ist ein Prozess, der vielschichtig ist. Der betrifft zum einen, dass man schon natürlich auch in den Präparaten sehr gut nachvollziehen kann, wie ist das Ergebnis der Behandlung entstanden? Also man sieht, welche Oberflächen maschiniert sind, also von Instrumenten, mechanischen Instrumenten erreicht worden sind. Man sieht der Wurzelkanalfüllung an, ob sie jetzt dicht ist, ob sie porös ist. Man muss allerdings häufig auch unterschiedliche bildgebende Verfahren nebeneinanderlegen, also Röntgenbild und Fotos vom transparenten Präparat, auch möglichst in unterschiedlichen Projektionen, die sich einander entsprechen. Dann aber auch Bilder von den makroskopischen…
Da muss ich gerade mal an einer Stelle einhaken und werde dich mal unterbrechen. Und zwar bei der Dichte. Die Dichte ist ja wissenschaftlich gesehen etwas, was sehr, sehr umstritten ist. Ja, Dichtigkeitsuntersuchungen sind mal generell verboten worden im International Endodontic Journal. Die haben schlicht und ergreifend gar nicht mehr publiziert – egal, ob es Bakterien waren, ob es Farbstoffe waren, die durchpenetrierten. Wie stellst du Dichte in so einem Präparat fest? Also in einem Foto? Ja, letztlich. Oder in einem transparenten Präparat. Was ist da für dich – ab wann ist es dicht?
Ja, also im transparenten Präparat sehe ich eigentlich ja nur die Grenzfläche zwischen Dentin und einer irgendwie auf irgendeine Weise kontrastgebenden Substanz. Es können Farbpigmente sein, die auf der Dentinoberfläche der Kanalwand sitzen. Das kann sein, dass das Wurzelfüllmaterial ist. Das muss ich dann abgleichen mit dem Röntgenbild. Auf dem Röntgenbild sehe ich natürlich, dass da irgendwelche Hohlraum‑Einschlüsse sind. Und wenn ich jetzt „Dichte“ gesagt habe, dann meine ich keinen Verschluss gegenüber irgendwelchen penetrierenden Substanzen oder Mikroorganismen, sondern ich meine, dass da einfach keine Hohlräume sind.
Auf die Wandständigkeit letztlich, da ist die Wand…
…die Wandständigkeit und Homogenität. Ja, genau.
Okay. Und du hast gesagt, es ist ein Prozess. Es ist ein Prozess wahrscheinlich über Jahrzehnte gewesen, in dem du dann deine Therapie angepasst hast. Hast du ein Beispiel, was eine Anpassung war, die du vorgenommen hast?
Ja, also es gibt verschiedene Dinge, die ich nicht oder falsch, also nicht interpretieren konnte oder falsch interpretiert habe. Das ist aber nicht anders als bei anderen Untersuchungstechniken. Zum einen hat jede Untersuchungstechnik ihren eigenen Anwendungsbereich. Also ja, das ist einfach so – also ein Mikro‑CT kann ich nicht am Patienten anwenden, zum Beispiel. Nur um mal das zu verdeutlichen: Da gibt es zerstörungsfreie, nicht‑zerstörungsfreie Untersuchungstechniken. Da muss man sich überlegen: Was ist jetzt eigentlich am geeignetsten? So ist es hier auch. Und es gibt verschiedene Dinge, die ich in manchen Präparaten gesehen habe, da habe ich nicht gewusst, wie ich das deuten soll. Dann habe ich mal zum Beispiel Michael Arnold, der ja auch sehr erfahren ist in der Untersuchung von Zähnen und ein Rasterelektronenmikroskop in seiner Praxis hat – da habe ich mich mit ihm einfach mal ausgetauscht. Er hat mir gleich eine Antwort präsentiert. Ich habe…
Ob sie richtig war, weißt du nicht.
…aber das war für mich im Hinterkopf abgespeichert und überlegt, ob das so sein könnte. Ich denke schon, ja. Er könnte durchaus recht haben. Ich bin mir da nicht so… bin nicht ganz so überzeugt wie er davon. Aber ich denke, dass er zu einer hohen Wahrscheinlichkeit recht hat.
Und das ist ja faszinierend, wenn man Neuland betritt. Und das ist ja das, was du mit deinen Präparaten machst. Du siehst Dinge, die vorher keiner gesehen hat, die keiner so dargestellt hat wie du. Und dann sucht man eben nach Interpretationsmöglichkeiten. Genauso wie bei den Anfängen des DVTs, wo viel interpretiert worden ist und man später festgestellt hat, es war eben doch anders.
Ja, genau. Genauso ist es mit Hartgewebsablagerungen im Bereich der apikalen Endstrecken, also im Übergangsbereich auch zwischen Ende der Wurzelkanalbehandlung und dem Parodont. Da ist noch einiges zu sehen. Aber man weiß ja nie, wann es abgelagert wurde und über welchen Zeitraum. Das sind auch so Sachen. Manchmal gibt es Hinweise in den Bildern, da kann man sagen: Okay, das kann nur nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung abgelagert worden sein. Aber dann gibt es auch wieder andere Präparate, die sind überhaupt nicht endodontisch behandelt worden in irgendeiner Weise. Und da sehe ich auch, dass es zu Hartgewebsablagerungen kommt. Dass apikale Ramifikationen sich verschließen, verengen, dass es dort Abschnürungen gibt – also all solche Sachen. Und je mehr man untersucht, desto ungenauer wird dann eigentlich auch irgendwann das Bild.
Letztlich ist es ja eine pathologische Untersuchung, die du machst. Du ziehst den Zahn und man könnte sagen, das ist ein… du hast das Präparat – das ist definitiv für den Zahn post mortem, weil der Zahn nicht mehr im Körper ist. Insofern ist es eine pathologische Untersuchung. Ja, es ist ja meistens auch eine Erkrankung vorausgegangen. Hast du es mal abgerechnet? Die Idee kommt mir jetzt gerade, dass man es als eine pathologische Untersuchung abrechnen könnte.
Nein, ich muss grinsen wegen eines Lapsus, der mir selber passiert ist. Aber ganz vielen Leuten passiert. Da geht es um Genauigkeit in der deutschen Sprache. Ich habe meine Promotion in der Pathologie in Hamburg gemacht, bei Professor Donath, der diese sehr Dünnschliff‑Technik entwickelt hat, die so mancher möglicherweise kennt. Da kann man also histologisch Hart‑ und Weichgewebe zusammen untersuchen, indem man das zu untersuchende Gewebe erst mal in Kunststoff einbettet anstatt in Paraffin und dann dünne Schnitte macht. Das wird also alles ein harter Block, dann werden dünne Scheiben gesägt und letzten Endes wird mit den histologischen Farben, die man auch für die konventionellen Dünnschnitte hat, dann die Oberflächen einfach dieser harten Scheiben angefärbt. Funktioniert sehr gut, sind fantastische Bilder und haben einen tollen Nutzen, besonders im Bereich der Implantologie gehabt. Und dann habe ich meine Arbeit abgegeben, und da stand dann drüber sowieso irgendwas „pathologisches Institut des Universitätsklinikums Hamburg“. Und das habe ich dann aber um die Ohren gekriegt. Denn es ist keinesfalls ein pathologisches Institut, sondern ein Institut für Pathologie.
Okay, sehr gut.
Aber es gibt in der Tat – wenn ich jetzt zum Beispiel so eine Arztpraxis bei uns in Neustadt… da stehen häufig so Autos von einem Institut für Pathologie vor der Tür, und da steht auch „Pathologisches Institut“ drauf. Insofern finde ich das alles gar nicht so schlimm. Und dann musste ich bei dir daran denken, weil du was gesagt hast eben...
...dass es pathologische Präparate sind. Ja, das könnte gut sein als Präparat, aber nicht pathologisch. Ja, vielen Dank. Sondern es ist eine pathologische Untersuchung deines Präparates. Ja, Danke schön. Die semantische Feinheit. Danke.
Also, das sind an der Pathologie der Heilung und der Anatomie. So muss man wirklich vielleicht korrekt sagen.
Gut, da hätte ich das auch weit nach vorne gebracht. Ja, ich komme noch mal auf die Frage zurück, die ich wahrscheinlich nicht ganz klar gestellt habe. Ich wollte gerne wissen, ob du aus deinen Präparaten für deine klinische Patientenbehandlung etwas gezogen hast, was du grundsätzlich verändert hast in diesem Prozess. Etwas Spezifisches war es nicht. Aber ist es jetzt so, dass du vielleicht heute viel mehr spülst oder dass du immer Feilen vorbiegst? Oder dass du sagst: Wenn ich jetzt im Röntgenbild diese Anatomie sehe, dann mache ich schon, weil ich das so häufig im Präparat gesehen habe, x, y, z.
Also ich kenne ja beides: die Situation des Behandlers, der über dem Patienten sitzt und das Loch vor sich hat, vielleicht mit dem Mikroskop noch ziemlich tief da reinschauen kann, aber irgendwie eigentlich ist man da immer verleitet, dass man irgendwie zum Ende, zum anderen Ende des Zahns will. Das hat man immer irgendwie im Kopf. Man kann das nicht ganz ausblenden, und das kenne ich von mir selber auch. Aber durch das Anschauen von so vielen Präparaten und auch klinisch behandelter Zähne, muss ich sagen, mein Interesse deutlich verstärkt – auch die Topografie, diese interne Topografie der Pulpa am anderen Ende des Zahns in den apikalen Endstrecken doch besser zu ergründen. Und gerade kürzlich haben mein Sohn und ich einen Kurzvortrag auf der Jahrestagung gehalten, und da ging es um die Entwicklung einer endodontischen Infektion hin zu einer extraradikulären. Also die endodontische Infektion ist ja zunächst mal wirklich begrenzt auf das Kanalsystem, und da hat sich nachweislich wirklich eine Infektion, eine extraradikuläre Infektion entwickelt. Und wir haben diesen avitalen Behandlungsfall in einer Sitzung behandelt, also ich selber, und muss sagen, viele Bilder in meinem Kopf gehabt – und auch das Wissen von Ricucci, dass viele avitale Zähne doch im apikalen Bereich vitales Pulpagewebe haben und dass da eigentlich praktisch keine Infektion sitzt. Und so sieht es auch aus, wenn man diese apikale Endstrecke des Zahns untersucht: Es sieht aus, als hätte der Behandler darauf vertraut, dass da unten apikal vitales Gewebe ist und eben keine Infektion. Man hätte doch ein bisschen weiter bis an die Wurzeloberfläche gehen können. Das ist etwas...
Behandler warst du – das heißt, im Nachhinein würdest du sagen, da hätte ein bisschen länger besser gewesen.
Wäre besser gewesen. Ich bin keinesfalls sicher, ob ich es hätte verhindern können, aber das hätte zumindest… wäre das ein schlüssigeres Behandlungsresultat gewesen.
Das heißt Patency ja, Patency nein?
Ja, Patency geht ja schon so ein bisschen über den apikalen Endpunkt hinaus.
Viertel Millimeter, ja.
Viertel Millimeter ist wirklich nicht viel. Und wenn man sich das vorstellt – Bagatellverletzungen an der Hand: Man hat sich irgendwie gestochen, geschnitten. Bei der Gartenarbeit kenne ich das zur Genüge. Heilt doch alles problemlos. Ja, kann sein. Wahrscheinlich wird es in den meisten Fällen keine große Sache sein. Patency fokussiert natürlich darauf, dass es einen apikalen Ausgang gibt, der wichtig ist. Während es in Wahrheit häufig doch mehrere sind. Oder vielleicht sogar viele.
Aber du bist kein vehementer Vertreter des Patency‑Konzeptes und kein vehementer Gegner. Es ist in between oder machst du es vom Fall abhängig?
Also ich habe da eine gewisse Demut, die man, glaube ich, auch haben muss. Sowieso, wenn man auf unserer Erde lebt. Und das ist auch so ein Bereich, wo man einfach sagen muss: Wir müssen damit leben, dass wir nicht alles wissen. Und wenn wir einen avitalen Fall haben, kann es gut sein, dass wir ein kleines bisschen zu kurz bleiben, wenn wir ohne Anästhesie arbeiten. Der Patient reagiert sensibel. Wenn wir in die apikalen Millimeter kommen, dann können wir davon ausgehen, dass ziemlich sicher da keine Infektion ist. Das ist natürlich kein mikrobieller Test – ja, dieser „Tut‑es‑weh‑oder‑tut‑es‑nicht‑weh‑Test“. Aber wenn wir mit Anästhesie arbeiten, dann wissen wir noch weniger. Und meine Vorstellung ist: Wenn da noch intakte, sensible Fasern sind, kann die Infektion zumindest nicht so schlimm sein.
Jetzt versuche ich, das zu interpretieren, was ich gerade gehört habe. Das heißt: Du im Zweifelsfall ohne Anästhesie therapieren, dann gucken, ob der Patient etwas spürt. Und wenn er Sensibilität spürt, ist eher die Annahme bei dir: Da ist apikal noch vitales Gewebe, und dann würdest du tendenziell kürzer bleiben als wenn der Patient nichts mehr spürt.
Also wäre ein Behandlungsansatz. Ja, das hast du schön zusammengefasst. Aber man kann natürlich auch sagen: Okay, wenn das jetzt koronal wirklich total verseucht ist und es anamnestisch klar ist, dass die Situation schon längere Zeit besteht, dann würde ich schon davon ausgehen, dass wir so an die Grenze gehen.
Es gibt immer einen anderen Fall: Ich habe einen Fall mit einer apikalen Aufhellung, die ich sehen kann. Patency jetzt, Patency nein? Was ist deine Einstellung dazu, deine Meinung? Oder wie machst du es?
Ja, wie gesagt. Also man muss da so demütig sein und mit Unwissenheit einfach rechnen. Das ist natürlich auch nicht schön, wenn man ausgedehnte apikale Krümmung hat, einen infizierten Kanal behandelt hat und man versucht wirklich, bis an die Grenze zu gehen. Und man hat die Instrumente – und das sind die allermeisten –, die diese apikalen Krümmungen mit sehr engem Radius nicht wirklich krümmungsgerecht aufbereiten können. Das heißt, ich reiße das Foramen auf. Das ist vielleicht eine schlechtere Lösung, als jedes Mal einen halben Millimeter zu kurz zu bleiben.
Also lieber etwas kürzer. Auch in dem Fall dann mehr aktiviert spülen. Davon bist du ein großer Freund, wie ich weiß, vom aktivierten Spülen.
Ja, beim EDDY macht man ja nichts kaputt. Insofern… also gut, wenn man jetzt über den Apex hinaus spült, also da verschleppt man ja eigentlich nichts. Und da sehe ich eigentlich kein großes Hindernis. Aber sich diese Dentinbarriere aufzulösen…
…das mechanisch aufzulösen. Ja.
Ja, das ist keine gute Idee. Man verliert das Widerlager für die Obturation und man nimmt sich auch die Möglichkeit, diese apikale Endstrecke doch relativ vollständig und gleichzeitig drucklos zu obturieren. Also dafür habe ich… also ich habe für beide Seiten, die in dem von dir geschilderten Behandlungsfall zutreffen könnten, habe ich Präparate, die das eine mehr in die eine Richtung raten und andere mehr in die andere Richtung.
Da kommt dann die Demut zum Tragen, von der du gerade gesprochen hast, dass du sagst, man kann es vorher gar nicht immer sagen.
Ja, deswegen spreche ich einfach von Demut und Akzeptanz einer gewissen Unwissenheit. Das ist natürlich so: also wenn man versucht, auf 0,1 oder 0,2 mm genau zu arbeiten – manche können das besser als andere – und das hängt natürlich auch vom koronalen Referenzpunkt ab, den man wählt, und dass man relativ häufig endometrisch nachkontrolliert. Aber jeder, der noch so präzise arbeitet, wird eine gewisse Streuung haben. Und wenn man zu nahe einfach an das gewünschte Optimum geht, dann wird damit auch die Zahl der Fälle größer, in denen man über das Optimum hinausgeht und etwas verschlechtern kann. Das ist einfach so.
Die Wahrscheinlichkeit von Überinstrumentierung steigt. Gibt es auch eine alte Studie, ich glaube von Zöhrer: War es 0–2 mm radiologisch vom Apex entfernt, bedeutet 50 % sind... 25 % sind überinstrumentiert.
Ja, da bin ich allerdings sehr schonend, was röntgenologische Studien angeht, also die röntgenologischen Untersuchungen.
Nachvollziehbar, mehr als nachvollziehbar, insbesondere weil du dir ja die Zähne transparent anschaust. Ein ganz anderer Aspekt als die Klinik, über die wir gerade gesprochen haben, ist ja die Ästhetik. Das ist vielleicht etwas sehr Unwichtiges, aber dennoch etwas, was ich festgestellt habe: Wenn ich mir deine ersten Präparate angeguckt habe, die waren so ein bisschen in einem leicht rötlichen Ton und leicht rötlicher Tusche angefärbt, und wenn ich die jetzigen Präparate angucke, sind das ästhetisch für mich Welten. Spielt die Ästhetik eine Rolle für dich, wenn du deine Fotos machst?
Ja, absolut. Also das ist mir insgesamt im Leben wichtig. Also ich möchte – das gilt für mein ganzes Umfeld eigentlich – eine gewisse Ästhetik muss das haben. Also es muss nicht „Top of the Top“ sein, aber ich mag es gern schön. In der Tat.
Das heißt, du probierst dann tatsächlich rum mit verschiedenen Tuschen? Es sind ja Zähne, wenn du die, bevor du die transparent machst – wenn ich es jetzt richtig darstelle –, färbst du die mit Tusche an, bringst die Tusche ein, mit unter Druck. Und diese Tusche, die du einbringst, entscheidet ja nachher maßgeblich über den Charakter des Bildes.
Ja, es sind in der Tat so feine Pigmente, die im Größenbereich von einem Mikrometer etwa sind – natürlich eine gewisse Streubreite, wie bei Mikroorganismen auch. Aber es ist gerade so, dass es irgendwie nicht die Dentinkanälchen im großen Stil penetriert. Ein kleines bisschen schon, aber insofern kann man eigentlich Dentinwände ganz gut darstellen. Und ja, da gibt es ganz unterschiedliche Farbtöne. Die Pigmentgröße ist im Allgemeinen doch relativ gleich groß, und manche Farben sehen etwas schöner aus als andere. Und ja, so mittlerweile bin ich so bei Grüntönen und habe jetzt auch Blau ausprobiert, was ich auch sehr schön fand. Ja, also da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Aber es ist eine absolut unspezifische Färbung der Oberflächen, also einfach nur ein kontrastgebendes Material. Das hat mit histologischen Färbungen, die spezifisch irgendwelche Substanzen anfärben, überhaupt nichts zu tun. Das muss man wissen.
Hast du einen Lieblingszahn? Ein Lieblingsbild, das du gemacht hast, das du dir besonders gerne immer wieder anguckst?
Na ja, also die, die auf Transparentmacher angeboten werden.
Das ist deine Seite transparentmacher.de.
Ja, also da habe ich eine Reihe von Zähnen, die alle relativ jung sind, mal aus Zürich bekommen, und habe die zu Präparaten verwandelt. Und wir haben das mal abgeglichen mit Mikro‑CTs: Was ist denn jetzt besser, genauer oder wie auch immer? Und das sind – also die kann man als wirklich schönste Bilder auch erwerben, als Bild, oder man hat Nutzungsrechte. Denn für viele Kollegen ist es etwas, das sie gerne haben möchten für die Patientenberatung, aber auch, um ihre Expertise so ein bisschen darzulegen auf der Homepage oder so. Und da gibt es eben die Möglichkeit, solche Bildrechte zu erwerben. Und die gehören nach wie vor immer noch zu meinen Lieblingsbildern. Aber es gibt auch andere Bilder, die wesentlich mehr ins Detail gehen, die jetzt mit einer Vollformatkamera aufgenommen worden sind, die bestimmte Strukturen durch Lichtbrechung einfach sichtbar machen. Da gibt es auch wunderschöne Bilder, die aber auch dann irgendwie die Kollegen zur Beratung nicht brauchen und deswegen auch nicht angeboten werden. Aber die sind extrem informativ und auch extrem ästhetisch. Du kennst die meisten.
Ich kenne viele von ihnen jedenfalls, absolut. Also hier noch einmal der Hinweis transparentmacher.de. Wenn auch andere sich hochästhetische Bilder von dir angucken wollen, können sie auf die Seite gehen. Ja, herzlichen Dank erst einmal. Holm, das 60. Lebensjahr hast du ja mittlerweile überschritten – das darf ich hier an dieser Stelle sagen. Wenn du auf deine Karriere zurückguckst und auf das zurückguckst, was du bisher gemacht hast – der Großteil deines Berufslebens liegt ja zweifellos hinter dir. Was bedeutet dir die Tatsache, dass deine Bilder wirklich überall zu sehen sind, dass die so eine weite Verbreitung gefunden haben?
Ehrlich gesagt kann ich gar nicht abschätzen, wie weit die Verbreitung wirklich ist. Aber ich selber bin sehr zufrieden mit dem, was ich da mit den Bildern zeigen konnte. Ich hoffe, dass sie wirklich eine weite Verbreitung finden bei Menschen, die das nutzbringend auch dann anwenden können und umsetzen können, was sie in diesen Bildern sehen. Ein Traum von mir wäre immer gewesen, eine große Bibliothek von den Bildern – mit entsprechenden Kommentaren, damit auch eine Interpretation der Bilder gleich vorliegt, damit man eben weiß, was verdeutlicht werden soll und die Gefahr nicht besteht, dass Bilder komplett missinterpretiert werden und vielleicht das Gegenteil von dem letzten Endes transportiert wird, von dem, was eigentlich da zu sehen ist.
Also das wäre der Teil, an dem du noch gerne arbeiten würdest, dass es vielleicht doch noch so eine Bibliothek entsteht? Also unterstützt beim Entstehen der Bibliothek.
Der Wunsch ist noch da, aber ich glaube nicht, dass ich das realisieren kann, ehrlich gesagt.
Gibt es etwas, das du nach Jahrzehnten der Praxistätigkeit auch gerne der nachfolgenden Generation mitgeben möchtest? Jetzt ist dein Sohn ja bei dir konkret in der Praxis, also Generation um die dreißig. Gibt es irgendetwas, wo du sagst, das hat mir besonders geholfen? Das wäre auch für die jetzt jungen Menschen relevant?
Ja, absolut. Also ganz wichtig: Es sind ganz bestimmt Kontakte zu gleichgesinnten Kollegen. Und dafür ist zum Beispiel so ein Masterstudiengang oder auch ein Curriculum hervorragend geeignet. Da lernt man Leute kennen, die so ähnlich denken wie man selber, die so ungefähr den gleichen Wissens‑Background haben, den man selber eben in dieser Ausbildung angeeignet hat. Und darüber lernt man dann auch andere Kollegen kennen. Man kann sich über einzelne Fälle austauschen und man sollte auch keine Scheu haben, jetzt irgendwie jemanden mal zu fragen, der vielleicht Hochschullehrer ist oder so, wenn man gar nicht weiter weiß. Habe ich Zeit meines Berufslebens eine sehr große Gesprächsbereitschaft erfahren können. Und auch von anderen Kollegen ist mir das so zu Ohren gekommen. Also die modernen Hochschullehrer, die sitzen nicht irgendwo im Elfenbeinturm, sondern die sind schon auch sehr nah dran an uns Praktikern und das finde ich sehr, sehr schön. Ja.
Also Austausch ist das etwas, was du als sehr, sehr wichtig empfunden hast? Was sicher auch wichtig ist, denke ich auch. Aber du hast ja auch schon Anfang der neunziger, dann Mitte der neunziger sehr gute Erfahrungen mit Hochschullehrern gemacht, indem du Briefchen an Professor Löst zum Beispiel geschrieben hast, der dir geantwortet hat. Und auch Michael Hülsmann hat einen Dreizeiler zurückgeschrieben mit dem richtigen Artikel. Ja, klasse. Ja. Gibt es im Praxismanagement etwas, wo du sagen würdest, heute in der jetzigen Situation, wo es so schwierig ist mit Personal, etwas, was du als Tipp geben kannst denjenigen, die jetzt starten mit der Praxis oder gerade angefangen haben?
Also was uns ganz, ganz wichtig ist in der Praxis – und das ist natürlich bei den Jüngeren schon Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr schwierig, die Bindung an die einzelnen Betriebe wird immer geringer – aber Kontinuität im Bereich des Personals ist eine der Grundvoraussetzungen dazu, ein gewisses Niveau finden zu können und nicht begrenzt zu bleiben. Wir selber haben relativ alte Mitarbeiterinnen. Also es ist keine unter vierzig. Teilweise geht es schon nah an die sechzig dran. Weil wir haben da wirklich eine bombige Atmosphäre in der Praxis. Der, den es am meisten stört, das ist mein Sohn, der mit so vielen alten Patienten, die wir mittlerweile haben, und dann auch noch mit alten Mitarbeitern zusammenarbeitet. Aber auch er ist mit der Atmosphäre bei uns und mit unseren Mitarbeitern, mit dem Untereinander‑sich‑Aushelfen, Austauschen, der Wertschätzung top zufrieden und fühlt sich da auch sehr wohl, muss ich sagen.
Mitarbeiter lange halten hört sich erst einmal gut an, das wird ja immer schwieriger. Es gibt ja tausend Tipps im Augenblick, welche Goodies man den Helferinnen geben soll, ob man denen jetzt ein Auto zur Verfügung stellt, denen ein Handy zu Weihnachten schenkt oder Geld gibt. Hast du irgendwelche Intensivierungen gemacht, die du immer wieder weiter aufgestockt hast, oder was ist aus deiner Sicht das Ergebnis? Ich glaube, das Geheimnis...
Ich glaube auch, dass das ins Leere läuft. Ich meine, man kann ja nicht immer noch obendrauf legen und noch obendrauf legen. Letzten Endes kommen unsere Mitarbeiterinnen gerne, weil sie merken, dass sie an jeder Ecke wertgeschätzt werden und dass sie auch Fehler machen dürfen. Dass wir uns weiterentwickeln. Dass ich froh bin um jede Anregung. Mein Sohn genauso. So ist es auch zwischen meinem Sohn und mir. Das geht nicht in eine Richtung nur. Es geht immer in beide Richtungen. So auch mit den Mitarbeiterinnen. Und die freuen sich sehr, wenn sie merken, sie können sich einbringen. Das, denke ich, ist wesentlich motivierend.
Also Wertschätzung durch Beteiligung und nicht nur durch Köpfchenstreicheln. Kann ich das so verstehen? Weil das ist das, was ich mit Kolleginnen und Kollegen in unserer Generation immer wieder dann bespreche: Was ist es denn jetzt? Was brauchen denn die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt? Sind ja nicht mehr so jung, wie ich gerade gehört habe.
Also ich glaube, es gibt viele Menschen – und die sind unter den Jüngeren verbreiteter als bei den Älteren –, denen es doch mehr auf das Materielle ankommt. Die fühlen sich zwar schon auch wohler in einer guten Atmosphäre, aber die wollen dann häufig auch so gut entlohnt werden, dass es eigentlich in das Gehaltsgefüge kaum noch reinpasst und eigentlich auch die Möglichkeiten zumindest unserer kleinen Praxis übersteigt. Oder wir müssten mit den Rechnungen deutlich teurer werden. Und das ist dann schon auch ein bisschen schwierig, den Patienten zu vermitteln an irgendeiner Stelle. Ich weiß, dass wir nicht so besonders teuer sind, aber… und das ist natürlich auch immer die Frage, was ist teuer, was ist günstig? Aber wie gesagt: Also ich glaube, die Älteren kriegt man mit persönlicher Wertschätzung doch wesentlich besser bei der Stange gehalten als die Jüngeren. Und das ist… ich sehe das als großes Problem bei uns in der ganzen Gesellschaft allerdings.
Aber Raum für Fehler war jetzt etwas, was ich noch mitgenommen habe, dass also Wertschätzung auch gegeben wird, indem man eben den Kolleginnen Raum für Fehler bietet. Und das hat auch etwas Wesentliches für deinen Erfolg offensichtlich ausgemacht, wie du sagst.
Ja, natürlich. Also es geht unbedingt darum, dass wir besser werden, dass es uns deswegen auch mehr Spaß macht. Und das steht eigentlich im Mittelpunkt, auch wenn ich Mitarbeiterinnen oder mein Sohn Mitarbeiterinnen irgendwie auf eine Veränderungsnotwendigkeit hinweise. Also das ist jetzt nicht ein Fehler, sondern es geht darum, dass man irgendwas vielleicht einfacher machen kann oder dass irgendwas einen bestimmten Vorteil hat, wenn man das auf andere Weise macht.
Ja lieber Holm, ganz herzlichen Dank für das tolle Gespräch, dass du uns so offen erzählt hast aus Neustadt an der Weinstraße. Was dich hierhin gebracht hat, was dich hier gehalten hat die ganzen Jahre – von deiner erfolgreichen Praxisführung mit langjährigen Mitarbeiterinnen, die bei dir sind, mit denen du zusammengearbeitet hast, bis hin eben zu deinen transparenten Zähnen und deinem Werdegang, den du da geschildert hast, sind viele Gedanken, die ich auch noch mal neu mitgenommen habe. Ich persönlich habe sehr viel von dir gelernt aus deinen transparenten Zähnen, aber sonst warst du für mich auch immer ein großes Vorbild, wie du das Leben genommen hast und wie du das Leben gesehen hast. Und das ist, glaube ich, auch das, was dich ausmacht – die Leidenschaft für die, etwas zu brennen. Sei es jetzt für die Endodontie oder das gemeinsame Hobby, kann ich schon fast sagen, die Gärtnerei. Und da eben auch die Liebe zur Präzision und am Ball zu bleiben, sich immer zu verbessern. Das beeindruckt mich sehr bei dir und nicht nachzulassen. Herzlichen Dank, lieber Holm, nochmal für das Gespräch und ich freue mich, dass wir heute bei dir sein durften.
Ja, sehr gerne. Auch mir hat es wirklich viel Spaß gemacht, mich so nett mit dir zu unterhalten und dass wir uns auch über Dinge ausgetauscht haben, über die wir bisher noch nie gesprochen hatten. Das war eine Freude für mich.
Diese Podcastfolge widmen wir in tiefer Dankbarkeit unserem Gesprächspartner Dr. Holm Reuver, der kurz nach der Aufnahme nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist. Seine Leidenschaft für die Endodontologie, seine Expertise und sein Engagement werden uns in Erinnerung bleiben. Wir sind dankbar für die wertvollen Einblicke, die er mit uns geteilt hat. Im stillen Gedenken das gesamte ENDO.team.
Das war ENDO.heroes – Die Geschichten hinter der Endodontie. Mehr Inhalte findest du auf www.endo.team. Abonniere den Podcast und bleib dran für weitere Insights.
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